Die Klabautermiez

Die Rotbartcrew auf der Suche nach der Klabautermiez

Klabautermiez 1

Klabautermiez 1

In den alten Tagen, als Mensch und Katze noch mit Segelschiffen die Meere befuhren, da waren neben Seeungeheuern, Gewittern und Stürmen auch Geister und Dämonen allgegenwärtig. Nicht nur das Erscheinen des fliegenden Holländers auf fernen Ozeanen bedeutete den nahen Untergang des eigenen Schiffes, auch an Bord ging nicht immer alles mit rechten Dingen zu. So hatten die zweibeinigen Seeleute ihren Klabautermann als ständigen Begleiter und für Generationen von Schiffskatzen war eine Seereise ohne die Anwesenheit einer Klabauterkatze unvorstellbar.

Die trieb sich in den Schlupfwinkeln herum, die selbst den findigsten Schiffskatzen nicht zugänglich waren. Von dort drang das Scharren und Kratzen, das Tapsen und Schnurren des felinen Kobolds an die feinen Ohren der vierbeinigen Crewmitglieder. Und immer wieder ließ sich auch das schrille Quieken und wilde Knurren aus den Tiefen des Schiffsrumpfes vernehmen, wenn vor allem des Nachts, bei schwerer See, Klabauterkatz und Klabauterratt ihre Dämonenkämpfe ausfochten. Gefährlich wurde es allerdings, wenn die Klabauterkatze im schweren Sturm in Windeseile den Großmast aufenterte und ganz oben im Top gar schaurig zu Kreischen begann. Dann war das Ende des Seglers nahe und wer zufällig zur rechten Zeit in die richtige Richtung blickte, konnte sehen, wie die Klabauterratt von der tosenden See über Bord gespült wurde, kurz bevor das Schiff auseinanderbrach.

Das Verschwinden der Klabauterkatzen

Keine Frage, die Klabauterkatze war eine vielschichtige Reisebegleiterin. Vor allem, weil sie sich auch immer wieder über die Lebensmittelvorräte in der Speisekammer hermachte oder gar dem Smutje in einem unbewachten Moment die eine oder andere Leckerei wie beispielsweise frisch gefangenen Fisch aus der Kombüse klaute. Natürlich wurde von den Menschen dafür jeweils die Schiffskatze verantwortlich gemacht, deren Gestalt die Klabauterkatze in hinterhältiger Weise beim Diebstahl gerade angenommen hatte. Und alles Gemaunze der aufrechten Schiffsfelinen über den bösen Katzenkobold stieß beim wütenden Schiffskoch auf taube Ohren. Eines Tages aber, irgendwann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ohne Vorwarnung und ohne ersichtlichen Grund, waren die Klabauterkatzen plötzlich von den Schiffen verschwunden.

Die Folgen

Anfangs war das noch gar nicht so aufgefallen. Klar, es war ruhiger an Bord, zumindest, was das Gescharre, das Tapsen und Schnurren anging. Aber auch das wilde Knurren blieb aus, wenn die Klabauterratt lautstark ihr Unwesen in den tiefen des Schiffsrumpfes trieb. Erst wurde für die Schiffskatzen aus der routinemäßigen Kontrolle der Nagerpopulation harte Arbeit und schließlich reiner Überlebenskampf. Ohne mächtigen Katzenkobold im Hintergrund, gerieten die vierbeinigen Mannschaftsmitglieder gegenüber den vom Rattendämon geführten Mäuseartigen völlig n in die Defensive. Mindestens genau so schlimm war in den Augen der Schiffskatzen, dass der Katzenkobold dem Smutje nicht mehr die Leckereien aus der Kombüse klaute. Erstens war da immer etwas für sie abgefallen und zweitens mussten sie diesbezüglich nun selbst aktiv werden. Dass die Katzen der Rattenplage auf den Schiffen nicht mehr Herr wurden und sich zudem notgedrungen massiv aus den Lebensmittelvorräten der Menschen bedienen mussten, wirkte sich natürlich extrem belastend auf das Verhältnis zwischen der zwei- und vierbeinigen Mannschaft aus. Und als die ersten Kapitäne die Katzen von Bord verwiesen, da musste etwas geschehen. Die Schiffskatzen beschlossen, die Klabautermiez, die Königin aller Katzenkobolde, zu suchen und um Hilfe zu bitten.

Die Suche

Und so kam es, dass dem zeitgenössischen Bobachter immer wieder Schiffe und Boote mit Gruppen von Schiffskatzen begegneten, die auf der Suche nach der Klabautermiez mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen in die entlegensten Winkel der Erde segelten, um dem Rätsel der verschwundenen felinen Klabauter auf die Spur zu kommen. Selbst der Fliegende Holländer wurde zu diesem Zweck von Teilen der Rotbartcrew geentert. Manch gefährliches Abenteuer hatten die vierbeinigen Seeleute zu bestehen. Sie drangen in Welten vor, die dem Jenseits näher als dem Diesseits waren. Und hätte der große Katzengeist nicht immer wieder seine Pfote schützend über die kätzischen Argonauten gehalten, sie müssten wohl auf ewig in den Zwischenwelten umherirren.

Happy end

Die Geschichte der Rotbartcrew auf der Suche nach der Klabautermiez ist noch nicht geschrieben. Soviel aber sei schon einmal verraten: Am Ende war die Mission der Rotbartcrew erfolgreich und die Klabauterkatzen kehrten an Bord der Schiffe zurück. Sie sorgten wieder für ein angemessenes Kräfteverhältnis zwischen Schiffskatzen und Nagerpopulation, scharrten und schnurrten in den Tiefen des Rumpfes, besorgten gelegentlich den einen oder anderen Leckerbissen aus Vorratskammer und Kombüse und warnten vor dem nahenden Untergang des Schiffes und sorgten dafür, dass Schiffskatzen wieder die Lieblinge der Seeleute wurden. Und so lange Segelschiffe die Ozeane befuhren, blieben die Klabauterkatzen fester Bestandteil der felinen Geister- und Dämonenwelt an Bord.

Zu den Postkarten und Postern „Die Rotbartcrew auf der Suche nach der Klabautermiez“

 

2 Kommentare

2 Gedanken zu „Die Klabautermiez

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