Schwerdts Katzenwelten auf Steady und YouTube

Mit „Corona“ war die hoffnungsvolle Entwicklung von einem Tag auf den anderen nur noch eine schöne Erinnerung. Die öffentlichen Lesungen und Veranstaltungen wurden storniert und damit blieb ich nicht nur auf meinen vorfinanzierten und extra zum Verkauf auf Lesungen gedruckten Sonderausgaben ausgewählter Bücher und entsprechendem Werbematerial sitzen. Hinzu kamen die Gimmicks, deren Verkauf vor allem die Spendenkasse für die von mir unterstützten Artenschutzprojekte füllen sollte, und weitere Investitionen (z.B. Beamer etc.). Und auch der für einen Buchautor oder Künstler so wichtige Multiplikatoreneffekt eines begeisterten Publikums sorgfältig konzipierter „multimedialer“ Veranstaltungen gehörte nun der Vergangenheit an.
Allein wegen der getätigten Investitionen war Aufgeben keine Option. Vielmehr biss ich in den bitteren Apfel und investierte nun verstärkt in meine virtuelle Präsenz. Das bedeutete nicht nur weitere Ausgaben (Kamera, Mikrofon, spezielle Computerprogramme), sondern ich musste auf meine alten Tage in kürzester Zeit sehr viel Neues lernen und zwar – man erinnere sich: „Corona“ – im einsamen Selbststudium.
So reaktivierte ich zunächst einmal meinen YouTube-Kanal, verpasste ihm ein neues „Outfit“ und fügte der nun „Wolfgang Schwerdts literarische Abenteuer“ titulierten Videosammlung meine Video-Abenteuer-Lesungen hinzu. Bereits bei den Märchenlesungen begann ich, mit der sogenannten Greenscreen-Technologie zu experimentieren (Abenteuer eben). Und im Rahmen der Arbeit am dritten Band der Rotbartsaga „Südpazifische Abenteuer“ gesellten sich Abschnitt für Abschnitt auch die bebilderten Lesungen aus dem noch unveröffentlichten Manuskript hinzu. Doch ein unbekannter Videokanal mit ein paar Klicks pro Video bringt natürlich weder eine nennenswerte mediale Verbreitung noch liefert er irgendeinen Beitrag zur Finanzierung der Aktivitäten. Also hatte ich mich entschlossen, diese Videos (und einiges mehr, wie beispielsweise Verlosungen und andere Aktionen) über die Plattform Steady gegen ein Abonnement, gewissermaßen also hinter einer Bezahlschranke zugänglich zu machen. Dabei war ich natürlich nicht so vermessen, zu glauben, dass ich mit meinen recht dilettantischen Elaboraten auch nur ansatzweise gegen Streamingdienste anstinken oder gar zum gefeierten greisen Influencer für mein literarisches Schaffen werden könnte. Der Gedanke war vielmehr, jenen Menschen, die meine Bücher und mein kreatives Schaffen mögen, eine Möglichkeit zu bieten, meine schriftstellerische Arbeit sowie gewissermaßen meine neue Ausbildung zum Solo-Video-Kameramann, -Regisseur, -Hauptdarsteller, -Techniker -Drehbuchautor -Cutter -Produzent etc. im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.
An dieser Stelle möchte ich den wenigen Menschen, die sich dazu bereiterklärt haben, dieses Angebot mit einem regelmäßigen monatlichen Beitrag wahrzunehmen, von ganzem Herzen danken. Denn neben dem Finanziellen bedeutet diese Bereitschaft vor allem Anerkennung und Motivation für meine Arbeit, ohne die der ganze zeitraubende und anstrengende und vor allem kontinuierliche Aufwand bei allem Spaß, den er auch mit sich bringt, nur wenig Sinn ergibt.
Nun, Corona ist inzwischen vorbei und dennoch deutet sich keine Fortsetzung der unterbrochenen analogen „Lesungskarriere“ mit all ihren positiven Effekten an. Und auch die Plattform Steady habe ich inzwischen aufgegeben, weil die Zahl der Abonnenten bei fünf stagnierte und damit auch die Verlosungen, Aktionen und Videolesungsproduktionen auf dieser Plattform keinen Sinn mehr ergaben. Zudem war der Anteil der Verwaltungskosten, die die Betreiber in Rechnung stellten, im Verhältnis zur Summe der Unterstützungsbeiträge viel zu hoch.
Es war eher Zufall, dass ich schließlich auf die Ko-fi-Seite stieß, die zwar ebenfalls ein paar Nachteile hat, jedoch im Vergleich zu Steady eine ganze Reihe von Vorteilen aufweist und mich dazu veranlasst hat, mit der Ko-fi-Schiffskatzentaverne einmal mehr auch inhaltlich einen neuen Anfang zu wagen.
Nächste Folge: Die Stammkneipe zwischen den Welten








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