Kiellegung

Arbeit an der zweiten Reise des legendären Schiffskaters Rotbart begonnen

Ich habe es gewagt: Die ersten Absätze des Rotbartsagabuches über die zweite Reise des Schiffskaters und seiner Freunde sind geschrieben. Sogar den schon recht ernst gemeinten Coverentwurf zum dritten Band kann ich hier schon mal präsentieren. Wann allerdings der Stapellauf des Buches stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Denn ein wenig hat auch der zweite Band von Schiffskater Pixie, mit James Cook um die Welt Fahrt aufgenommen, dem Schiffskatzenmaler Jonny geht es inzwischen etwas besser und auch das erste Lektorat des Textes wird wohl demnächst bei mir eintrudeln. Die Bücherwerft ist also voll ausgelastet und es ist nicht unwahrscheinlich, dass wenigstens eines der beiden Bücher noch in diesem Jahr in die weite Leserwelt segeln kann.

Der dritte Band der Rotbartsaga mit dem Titel Südseeabenteuer führt den roten Kater und seine Freunde bis nach Tasmanien, Neuseeland und Neu Guinea. Aber natürlich beginnt die Reise in Amsterdam. Den Anfang des Buches möchte ich euch nicht vorenthalten:

August 1657. Das Hämmern unter dem Boden klang kaum lauter als das Klackern des Holzbeines Kapitän Pieterszoons auf dem Deck der Fleute. Das Vibrieren des Rumpfes allerdings ließ vermuten, dass die Hammerschläge wohl mehr bewirkten, als das nervöse Auf-und-ab-Gehen des narbengesichtigen Seebären. Auch die anderen Zweibeiner an Bord, darunter Vertreter der holländischen Ostindienkompagnie und der Amsterdamer Admiralität, zeigten eine gewisse Unruhe und selbst die sonst so in sich ruhenden, erfahrenen Schiffskater Großtatze, Commander und Grotebroer ließen aufgeregt ihre Schwänze hin- und herpeitschen. Auch Rotbart und Kleinebroer konnten ihre Anspannung nicht verbergen. Als sich das Schiff polternd und zitternd in Bewegung setzte, krallten sie sich vorsichtshalber mit allen Vieren auf dem Deck fest. Rauschend glitt der Rumpf von der Helling ins Wasser und die Bewegungen wurden weicher, als das Schiff in seinem eigentlichen Element zum Leben erwachte.

Die Männer an Bord hatten das Schiff bei einem guten Schluck auf den Namen Zoeker getauft, bevor der letzte Keil losgeschlagen und damit der Stapellauf eingeleitet wurde. Großtatze hatte zur Feier des Tages einen fetten Hering ausgegeben. Zwar war es nicht der erste Stapellauf, den der neugierige Kater miterlebte, aber dieser und die damit verbundene Schiffstaufe war doch etwas ganz Besonderes. Die Zoeker, der abgesehen vom Rumpf noch so ziemlich alles fehlte, was eine Fleute ausmacht, würde nämlich sein nächstes Schiff werden. Das stand für ihn fest, als er mitbekommen hatte, dass dieser Segler für eine ganz besondere Mission gebaut und Carl Carlszoon, Neffe Rotbarts zweibeiniger Freund, mit dem Posten des Obersteuermanns betraut worden war. Über den Kapitän Frederick Pieterszoon wusste Großtatze so gut wie gar nichts, aber der würde ohnehin nicht seine Sorge sein.

Das zweibeinige Führungspersonal der Zoeker stand also bereits fest und das, obwohl noch eine geraume Zeit vergehen würde, bevor das Schiff fertiggestellt und vollständig ausgerüstet seine Reise antreten konnte. Auch die zukünftige Samtpfoten-Mannschaft hatte sich schnell zusammengefunden und nun standen sich die Zwei- und Vierbeiner auf dem Deck ihres gemeinsamen Schiffes gegenüber und musterten sich gegenseitig abschätzend.

Carlszoon freute sich über die versammelte Katzschaft. Mit Ausnahme des vierbeinigen Commander kannte er sie alle von seiner letzten Reise. Dem Kapitän hingegen war die bei Stapelläufen eher ungewöhnliche Katzenversammlung nicht ganz geheuer. Vor allem der Brauntiger mit dem Mehlmäulchen, unter Schiffskatzen als Käptn Grotebroer bekannt, schien ein ganz besonderes Interesse für den Schiffsführer zu entwickeln.

„Ich muss mal was klären“, maunzte er und schritt würdevoll und freundlich schnurrend mit erhobenem Schwanz auf den Oberzweibeiner zu.

„Was will der von mir“ fragte Pieterszoon seinen Obersteuermann, dessen Katzenverstand legendär war.

Carl grinste: „Ich denke, er will herausfinden, ob Ihr seiner Gesellschaft würdig seid. Wenn nicht, werde ich mir wohl einen anderen Kapitän suchen müssen.“

Auch wenn Carl auf der Zoeker dem Kapitän unterstand, so hatte seine Familie doch genügend Einfluss in der holländischen Ostindienkompagnie und in der Amsterdamer Admiralität, um die Karriere eines jeden Schiffsführers zu beenden. Als er in Pieterszoons entsetztes Gesicht schaute, fügte er schnell hinzu: „Keine Sorge Käptn, ich bin sicher Ihr werdet den Test bestehen. Außerdem möchte ich Euch nicht verlieren, weder als Schiffsführer noch als Freund.“

Grotebroer hatte sich in der Zwischenzeit zielstrebig dem Holzbein des Käptns genähert und bereits eine erste Schnüffelprobe vorgenommen. Nun rieb er sich ausgiebig an der Prothese, um sich schließlich umzudrehen und mit zitterndem Schwanz seinen Herrschaftsanspruch über den Zweibeiner anzudeuten. Selbstverständlich war der Kater sensibel und erfahren genug, um nicht wirklich seine Duftnote zu setzen. Grotebroer wusste, bei einer langen gemeinsamen Reise musste auch ein Kater gewisse Rücksichten auf die Befindlichkeiten des zweibeinigen Mitbewohners in seiner Kajüte nehmen. Trotzdem, die Versuchung des Holzbeines war doch groß. Und so setzte er sich freundlich schnurrend vor den ein wenig verunsicherten Kapitän und begann, sich genüsslich streckend mit seinen scharfen Krallen hingebungsvoll das Holz des künstlichen Unterschenkels zu bearbeiten.

Pieterszoon verdrehte die Augen, er kannte das schon. Auf all seinen Reisen hatte es kaum eine Schiffskatze gegeben, die dieser Versuchung nicht wenigstens einmal nachgeben musste. Entsprechend sah seine „Arbeitsprothese“ auch aus. Heute aber hatte er, wie an Land und insbesondere zu festlichen Anlässen üblich, sein gutes Holzbein angelegt. Besonders glücklich, das zeigte auch sein Gesichtsausdruck, war er also über den felinen Stresstest nicht gerade.

Pieterszoon wollte der Holzschnitzerei des Katers gerade in aller Vorsicht ein Ende setzen, als ihm Carlszoon beruhigend die Hand auf die Schulter legte. „Lasst es gut sein, Frederick, ich lasse Euch eine Neue anfertigen, die hier könnt Ihr dann mit auf See nehmen, für alle Fälle. Außerdem hat Grotebroer seine Begutachtung beendet. Ich denke, Ihr habt die Aufnahmeprüfung bestanden.“

Pieterszoon brauchte gar nicht zu fragen, was es eigentlich mit der Aufnahmeprüfung auf sich hatte, denn Carl ergänzte grinsend: „Ihr dürft nun während der Reise die Kajüte Käptn Grotebroers und seines Kumpels Kleinebroer mitbenutzen, also die, die üblicherweise den menschlichen Kapitänen vorbehalten ist.“

Kleinebroer und die anderen konnten das Ergebnis von Grotebroers Untersuchung kaum erwarten: Der Kapitän, so verkündete der Kater, sei durchaus integrationsfähig. „Mit ein bisschen Nachhilfe wird er die Verhaltensregeln in unserer Kabine schnell lernen.“

Seine beiden Hunde, die Grotebroer neben anderen wichtigen Informationen am Holzbein erschnüffelt hatte, sollten auch kein Problem werden, schließlich verfügte jeder Kater der Zoeker-Mannschaft über ausreichend Erfahrung, im Umgang mit den Kläffern.

Außerordentlich zufrieden verließ die Samtpfotentruppe das inzwischen an einer Boje vertäute Schiff, um sich zusammen mit den wichtigen Herrschaften an Land rudern zu lassen. Auf den anderen Hellingen der Werft gingen die Arbeiten längst wieder weiter und es würde nicht lange dauern, bis auf dem Bauplatz der Zoeker der Kiel für das nächste Schiff der Kompagnie gelegt war. Bis zur Abreise jedoch standen Mensch und Tier ein extrem kalter Winter bevor, der sich bis Anfang Juni 1658 hinziehen sollte.

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Illustrierte Lesungen

Ausgewählte Abenteuer aus den ersten beiden Rotbartsaga-Bänden, mit für den Beamer aufbereiteten Illustrationen für Lesungen. Hier stelle ich die Titelbilder zu den einzelnen Abenteuern vor

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Im Reiche der Klabautermiez

Die Regenbogenseite

Fast 90 reale Katzen und Hunde haben sich seit 2013 der Rotbartcrew angeschlossen, um im Rahmen der Rotbartsaga zusammen mit dem legendären Schiffskater Rotbart ihre Abenteuer auf hoher See und in aller Welt zu erleben.
Inzwischen sind bereits einige von ihnen über die Regenbogenbrücke in das Land der Klabautermiez gegangen. Ihnen zu Ehren und zur Erinnerung an die einzigartigen und liebenswürdigen realen Vorbilder der Rotbartcrew habe ich die Seite Rotbarts Klabautermiezen mit den Nachrufen zu den unvergessenen Vierbeinern gestaltet.

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Sockes Traum von fernen Welten

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Rotbarts wilde Verwandte – Klappe!

Backstage beim „Artenschutzbuchprojekt“ 5

Liebe Freunde, wie bereits geschrieben, hat Wolfgang schon fast alles, was mit seinem neuen Buch zu tun hat, weggeräumt. Trotzdem ist es mir gelungen, noch etwas für euch zu ergattern. Wolfgang hat da immer was gestöhnt wie „und jetzt noch diesen elendigen Klappentext“, scheint nicht sehr beliebt bei Autoren zu sein. Egal, hier ist er, wozu der auch immer gut sein soll:

Marmorkatze, Sumatratiger, Leopard, Nebelparder oder Schwarzfußkatze. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind vom Aussterben zumindest in freier Wildbahn bedroht. Bereits seit der Entstehung der ersten Zivilisationen werden sie verehrt und verfolgt, ausgerottet und vergöttert. Aber erst mit der europäischen Expansion, der Globalisierung wird mit zunehmender Geschwindigkeit ihre natürliche Lebensgrundlage überall auf der Welt unwiederbringlich zerstört.

„Rotbarts wilde Verwandte“ ist eine kulturgeschichtliche Reise von der Frühzeit über das 17. Jahrhundert, in dem der Prozess der Globalisierung bereits im vollen Gange war, in die Neuzeit bis hin zu den aktuellen Herausforderungen, denen sich der Arten- und Habitatschutz angesichts der sogenannten sixth extinction, also dem sechsten Massenartensterben der Erdgeschichte zu stellen hat. Der Leser taucht dabei ein in die Welt von göttlichen Herrschern, Kulturheroen, menschenfressenden Raubkatzen, skrupellosen Geschäftemachern, historischen Ausrottungskampagnen und schießwütigen Naturforschern. Denn die Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterbens ist geprägt von Gier und Machtbesessenheit, wissenschaftlicher Leidenschaft, religiösen Überzeugungen und einer gehörigen Portion Dummheit der Tierart, die sich in ihrer Hybris selbst als Homo sapiens, also als weise und vernünftig bezeichnet.

Wolfgang murmelt auch immer vor sich hin, „bald ist es soweit, nur noch zwei, drei Wochen, hoffentlich.“

Na ja, jedenfalls stapelt er schon wieder eifrig neues Papier und neue Bücher auf seinen Schreibtisch und hat schon mal den Bildschirm für einen besseren Durchblick geputzt. Ich denke, bald geht der zweite Teil der Reise von meinem Kumpel Pixie in Arbeit. Das ist der Schiffskater, der mit James Cook unterwegs war. Worum es dabei geht, ach schaut euch doch einfach den ersten Teil an.

Geschnurrte Grüße
euer Schiffskater Rotbart

 

Rotbartsaga. Schiffbruch vor Sumatra

Rotbarts wilde Verwandte“

Schiffskater Pixie. Mit James Cook um die Welt

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Rotbarts wilde Verwandte: Felis nigripes

Backstage beim „Artenschutzbuchprojekt“ 4

Liebe Freunde, für einen Schiffskater wie mich ist es nicht immer leicht, seinen Pflichten nachzukommen. Beispielsweise bei der Vorstellung dieser Doppelseite aus Wolfgangs Buchwerkstatt. Ist schon ein bischen peinlich. Aber wenn ich etwas auf meinen Reisen gelernt habe, dann, dass Gelassenheit die beste Methode ist auch ungemütliche Situationen zu überstehen.
Übrigens hat Wolfgang inzwischen seine ganzen Unterlagen, in denen er beim Schreiben immer wieder herumgewühlt hat, zusammengeräumt und wegsortiert. Ich denke, es dauert nicht mehr lang . . .

Geschnurrte Grüße
euer Schiffskater Rotbart

Rotbartsaga. Schiffbruch vor Sumatra
Rotbarts wilde Verwandte“

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Rotbarts wilde Verwandte: Panthera Pardus

Backstage beim „Artenschutzbuchprojekt“ 3

Liebe Freunde, es war nur ein kurzer Kontakt, den ich auf meiner ersten Reise mit dem großen Gefleckten am Kap der Guten Hoffnung hatte. Damals konnte er es sich noch leisten, souverän auf dem Ast einer Schirmakazie abzuhängen. Gut, dass weder er noch ich wussten, was ihm die Menschen in den folgenden Jahrhunderten antun würden und seinen Artgenossen in anderen Gegenden seines Verbreitungsgebietes bereits angetan hatten.
Jedenfalls war ich mal wieder backstage auf Pirsch und will euch meine Beute nicht vorenthalten.

Geschnurrte Grüße
euer Schiffskater Rotbart

Rotbartsaga. Schiffbruch vor Sumatra
Rotbarts wilde Verwandte“

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Rotbarts wilde Verwandte: Panthera Leo

Backstage beim „Artenschutzbuchprojekt“ 2

Liebe Freunde, den König der Tiere habe ich natürlich auch bei meinem Afrikaabenteuer kennengelernt. Na ja, nicht so richtig, aber gesehen habe ich ihn, ganz bestimmt!
Auch ihm hat Wolfgang ein Kapitel gewidmet. Der olle König hat ja ganz schön was hinter sich, ich sag nur Ägypten, Rom und so. Ich habe mir natürlich auch den mal aus der Satzdatei gekrallt. Damit ihr wisst, wovon ich rede.

Geschnurrte Grüße
euer Schiffskater Rotbart

Rotbartsaga. Schiffbruch vor Sumatra
Rotbarts wilde Verwandte“

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Rotbarts wilde Verwandte: Caracal caracal

Backstage beim „Artenschutzbuchprojekt“ 1

Liebe Freunde, kennt ihr eigentlich Rooika, die Karakaldame? Sie war gewissermaßen mein erstes Abenteuer in Südafrika. Ihr könnt es gerne in der Rotbartsaga. Schiffbruch vor Sumatra (gibts überall im Buchhandel) nachlesen.
In Wolfgangs neuem Buch „Rotbarts wilde Verwandte“ ist der Caracal caracal natürlich auch vertreten. Ich habe mich mal in seine Buchwerkstatt geschlichen und eine entsprechende Doppelseite aus seiner Satzdatei geklaut … ähh … ausgeliehen, um sie euch zu zeigen. Sieht noch ein wenig „technisch“ aus, im Druck wird das aber echt cool, wie die Menschen heute sagen würden.

Geschnurrte Grüße
euer Schiffskater Rotbart

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Eine kleine Weihnachtsgeschichte

aus der Rotbartsaga: Schiffbruch vor Sumatra

Gesprochen von Sandro Weiß

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